Das ist Quidditch

© Bernd Piontek

Quidditch ist ein Kontaktsport, der in gemischtgeschlechtlichen Teams gespielt wird und Elemente aus Handball, Rugby und Dodgeball miteinander vereint. Er erhielt 2005 Einzug in die reale Welt, als Studierende in Middlebury, USA, einen Weg fanden, den Harry-Potter-Sport an eine Welt anzupassen, in der Besen nicht fliegen können. Seitdem sind sowohl der Sport selbst, als auch die Gemeinschaft, die ihn umgibt, enorm gewachsen.

Spieler*innen müssen während des Spiels die gesamte Zeit über einen Besen zwischen den Beinen behalten. Aerodynamisch an den Sport und die Sicherheitsansprüche des Körperkontakts angepasst handelt es sich hierbei in der Regel um leichte PVC-Stangen. Jedes Team schickt sieben Spieler*innen aufs Feld: Drei Jäger*innen (Chaser) passen sich den Quaffel (einen Volleyball) zu, und versuchen, durch einen der drei Ringe des gegnerischen Teams zu werfen, um 10 Punkte pro Tor zu gewinnen. Der*die Hüter*in (Keeper) verteidigt die eigenen Ringe des Teams. Zwei Treiber*innen (Beater) spielen mit Klatschern (Dodgebällen), die sie nach gegnerischen Spieler*innen werfen, um diese „auszuknocken“. Wer von einem Klatscher getroffen wurde, muss vom eigenen Besen absteigen und darf nicht ins Spiel eingreifen, ehe er*sie die Ringe des eigenen Teams berührt hat. Der*die Sucher*in (Seeker) des Teams versucht, den Schnatz zu fangen. Der Schnatz (Snitch Runner) ist ein*e unparteiische*r, oftmals sehr wendige*r Spieler*in, in gelb gekleidet und mit einem am Hosenbund befestigten Tennisball in einer Socke. Wird der Schnatz, also die Socke, gefangen, bekommt das fangende Team 30 Punkte. Gewinnt dieses Team mit dem Fang, ist das Spiel sofort vorbei. Führt der Fang nicht zum direkten Sieg, wird ein Set Score etabliert und der Schnatz geht vom Feld. Das Team, welches den Set Score (Spielstand des Teams, welches nicht gefangen hat, + 30) als erstes erreicht, gewinnt das Spiel.

Von den sieben Spieler*innen eines Teams auf dem Feld dürfen zu Beginn maximal drei, ab der 18. Minute maximal vier dem gleichen Geschlecht angehören, wobei es die Geschlechteroptionen weiblich, männlich und nichtbinär gibt. Spieler*innen wählen frei, für welches Geschlecht sie spielen möchten. Die Geschlechteroptionen sind dabei auch als Oberbegriffe zu verstehen (z. B. bei nichtbinär, weil es eben nicht „das dritte Geschlecht“ gibt). Auf diese Weise sind Spieler*innen aller Geschlechter, ob innerhalb oder außerhalb des binären Systems, willkommen, Quidditch zu spielen.

Die internationale Quidditchgemeinschaft wird von der International Quidditch Association (IQA) verwaltet, die auch internationale Quidditchturniere organisiert.

Text größtenteils übernommen vom Deutschen Quidditchbund

Infografik zu den Positionen und Bällen beim Quidditch
Infografik zu den Grundregeln vom Quidditch